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Geschichtliches aus SchülerInnen-Blick

Erarbeitet von der 5. Klasse der Primarschule Biglen im Februar 2004.


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1) Die Linde des Thunerhauses
 


 

Als es noch stand, war es ein grosses Bauernhaus. Heute steht nur noch die Linde des Thunerhauses. Es heisst wohl so, weil dort früher die Familie Thuner drin wohnte. Es wurde abgerissen, weil sie die Strasse verlegt haben. Der „Sagistutz“ führte früher dort durch, wo heute die Turnhalle und der Kindergarten stehen. Die Linde wurde nicht gefällt, weil sie neben der Strasse steht. Und auch wegen dem Naturschutz. Ich würde nicht gern in einem Bauernhaus wohnen. Alan auch nicht, weil es so stinkt.

Stephan Bläuer und Alan Said
 

2) Die Käserei
 
Vor alten Zeiten käste man bloss auf den Alpen den Sommer durch, so lange das Vieh zur Weide ging; zog im Herbst der Küher zu Tale und fütterte er bei einem oder einigen grossen Bauern seine sechzig bis achtzig Kühe, so machte er wohl auch einige Käslein für den Hausgebrauch oder für den Wirt, der durch den recht rässen Käse seinen sauren Steffisburger (Wein) versüssen wollte. In den Tälern machte man keine Käse. Mit den Kühen mehrte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch die Milch und Talkäsereien entstanden: 1818 wurde die erste Talkäserei in Kiesen errichtet, diejenige in Biglen/Enetbach folgte 1828 und Arni zog 1838 nach.
 

Ramona Ochhlich und Martina Moser
 

3) Der Zehntenspeicher
 
 
Der Zehntenspeicher wurde zirka um 1660 gebaut. Jeder Bauer musste einen Zehntel seiner Ernte abgeben. Diese Nahrung wurde dem Niederen Spital in Bern geliefert. Seit 1962 befindet sich der Speicher im Besitz der Gemeinde Biglen. Heute wird er vom Militär und der Elektrizitätskommission benutzt. Jeder Speicher wurde früher so erbaut: unten vier Steinpflöcke, so dass die Mäuse die Ernte nicht anknabbern konnten. Die Speicher sind Blockbauten aus Hälblingen.

Eigentlich jeder Bauer hatte einen Speicher, wo er seine wertvollen Sachen hinein tat, wie Ernte und Geld.
 

Daniela Saner
 

4) Die Kirche
 
 
Unsere Kirche wurde 1521 neu gebaut. Die Empore ist aber erst 1779 gebaut worden. 1629 erhielt der Kirchturm eine Uhr, und vier Jahre später wurde der ganze Bau einer Renovation unterzogen. An der Wand der Kirche waren verschiedene Sprüche geschrieben. Später hat man sie übermalt, und noch viel später holte man sie wieder hervor, aber eine Schrift konnte man nicht hervor holen. Noch bis heute ist sie ein wenig übermalt. Oben an der Decke sind Streifen mit verschiedenen Schnitzereien drauf. Man hatte sie zuerst weggenommen und nach Bern und Burgdorf gebracht. Und viele Jahre später holte man sie wieder zurück und machte sie an der Decke wieder an. Früher hatte es farbige Fenster, aber jetzt nicht mehr. Jetzt haben wir noch verschiedene Wappen an den Fenstern.
 

Eva Blaser und Fabienne Gilgen
 

5) Die Friedenslinde
 
 
1914 brach der erste Weltkrieg aus. Der Weltkrieg dauerte 4 Jahre (bis 1918).
Die Glocken läuteten, dann war der erste Weltkrieg vorbei. Die Linde wurde nach dem Weltkrieg am Enetbachberg gesetzt. An der Wurzel wurden eine Kassette mit Dokumenten, Rationierungskarten, Münzen und alten Zeitungsartikeln vergraben. Die Friedenslinde ist 1918 gesetzt worden, heute ist sie 86 Jahre alt.
 
 

FaBian Krieg und Kevin Müller
 

6) Das Sekundarschulhaus
 
Seit 1630 konnten die Kinder von Biglen in die Schule gehen. Nachdem Pfarrer Bitzius, der Sohn von Jeremias Gotthelf, am 14.Januar 1874 in der Kirche Biglen eine Predigt über die Schulen gehalten und gefordert hatte, dass die Schule gratis wird und dass die gescheiteren Kinder in die Sekundarschule können, wurde schon bald darauf zusätzlich ein Sekundarschulhaus ins Auge gefasst. Die Idee von der Sekundarschule wurde 1878 verwirklicht.
 
Dann wurde die Sekundarschule oben im ersten Stock im Käsekellerhaus an der Arnistrasse gegründet. Bereits 1905 konnte dann ein eigenes Sekundarschulhaus bezogen werden. Im Jahr 1905, als das neue Sekundarschulhaus gebaut wurde, zügelte man aus dem Käsekellerhaus. Als der neuste rote Anbau 2003 eingeweiht wurde, gab es einen Riesenumzug und ein Riesenfest, man konnte viele Sachen machen aber leider nur mit Bons.
Stefan Wittwer und Michael Studer
 
7) Das Käsehaus
 
 
Das Käsehaus ist ein schönes, grosses Rieghaus. Oben war eine Sekundarschule mit drei Klassen, unten der Käsekeller. Wir durften es mit dem Besitzer, Herrn Lenz, besichtigen. Die Käsegestelle waren früher aus Holz. Insgesamt konnte man 2500 grosse Emmentaler oder 4500 kleine Appenzeller lagern. Aber in den heutigen Betongestellen hätte der Käse gar nicht mehr Platz. Der Käse wurde sogar bis nach Russland gebracht, und zweimal pro Jahr abgeholt. Das Haus mitsamt dem Käsekeller besteht schon seit 1870.
Herr Schmutz drehte täglich den Käse und war wahrscheinlich sehr stark, dass er den schweren Käse heben konnte. Wir danken Herrn Lenz für die Informationen an uns.

Melanie Blank und Carla Reinhard
 

8) Der Bach muss arbeiten: Mühle, Reibe, Oele
 
Der Biglenbach entspringt auf der Blase und fliesst dann durch Arnisäge. Das Dorf heisst so, weil dort eine Sägerei vom Arnibach angetrieben wurde. Auch die obere Mühle in Biglen wurde durch den Bach angetrieben. Sie wurde 1731 gebaut und ist also 273 Jahre alt. Die obere Mühle liegt etwa 6 Meter von dem Bach entfernt, ein Teil des Bachs ist deshalb aufs Mühlerad umgeleitet worden. Heute ist dort eine Grossbäckerei.
 
Weiter unten im Dorf, in der Hohle, betrieb der Biglenbach noch eine zweite Mühle, dort wo der Rybiweg ist lief wohl früher eine Reibe, am Oeleweg eine Ölpresse, an der Rohrstrasse versorgte er die Gerberei mit Wasser, weiter unten betrieb er eine Sägerei (darauf deuten die Namen „Sägematte“ und „Sägestutz“). Mit unserer Klasse fuhren wir nach Münsingen und schauten uns die alte Öle von Münsingen an, die mit einem Mühlerad und Holzzahnrädern arbeitet und wo wie früher Nüsse gerieben, Öl gepresst und Knochen gestampft werden.
 

Oliver Hoffmann und Lukas Flückiger
 

9) Die "Drogikreuzung"
 
 
Damals, als sie den Bahnhof 1899 gebaut hatten, bauten sie eine Strasse vom Dorf bis zum Bahnhof. Sie heisst Bahnhofstrasse. Nach und nach wurden an der Bahnhofstrasse Häuser gebaut. Das Bauernhaus an der Kreuzung (Aebihaus ) riss man ab und baute die heutige Drogerie. Die Drogerie wurde das erste Mal um 1928 eröffnet von Werner und Frieda Liechti. Bei der Drogerie hatte es früher eine Tanksäule. Als die Drogerie 1965 umgebaut wurde, haben

sie zur gleichen Zeit die Tanksäule abgerissen. In der Kreuzung konstruierten sie einen Kreisel. Geführt wird die heutige Drogerie von Beat und Katrin Fehr, Susanne Tschirren, Sonja Stauffer, Sabine Rindlisbacher und Barbara Sommer.
 

Tamara Wüthrich und Manuela Christen

 

 


 
Vor 1899: Dort wo heute die Drogi steht, steht das Aebihaus. Die Bahnhofstrasse gibt es noch nicht. Vorne links der Gasthof „Kreuz“.

 
Etwa um 1909: Die Bahnhofstrasse ist gebaut, das Aebihaus steht noch an der Stelle der heutigen Drogerie.
10) Die BIGLA
 
 
Die Herren von Biglen wollten eine Fabrik an der Bahn bauen. 1904 wurde die Bigla von dem Bahnmeister Friedrich Spichiger und Kurt Witschi gegründet. Zuerst arbeitete man in einer Backsteinhalle. In den folgenden Jahren konnte die Bigla erweitert werden.

1933 brannte die Bigla ab. Es war minus 21° C , die Feuerwehr verbrannte bei den Hydranten Holz.
 


 

Wiederaufbau 1935 - 1936.
1939 - 1945 war Krieg, es gab keine Stahl- und Eisenwaren mehr.
Alle Artikel waren aus Holz.
1965 wurde die Malerei gebaut ( heute COOP).
1992 war die Bigla die erste Fabrik, die ihre Stehpulte durch Sitzpulte ersetzte.
1938 war der Mindestlohn von einem Mitarbeiter Franken 6.- und der einer Frau 90 Rp. pro Std.
Heutzutage ist alles automatisiert.
(Auskunft von Herrn Bigler)

Martin Begré und Philip Schüpbach
 

11) Die Eisenbahn

Die Eisenbahn wurde 1899 gebaut. Zuerst wurde nämlich die Bern-Worb-Biglen-Bahn über die Tanne nach Lützelflüh geplant. Dann hat man aber die Burgdorf-Thun-Bahn vie Hasle-Konolfingen-Oberdiessbach gebaut.
Der Bahnhof wurde ebenfalls 1899 gebaut. Beim Dättlig hatte es einen Hügel, welcher dann abgetragen wurde. Die Erde wurde für den Bahndamm gebraucht.
 


 

Die BTB war die erste elektrische Normalspurbahn Europas (1435 Breite). Zuerst sagte man ihr Stangenbahn, weil es so viele Stangen für die Stromdrähte hatte. Man nannte sie BTB (Burgdorf-Thun-Bahn, nachher EBT (Emmental-Burgdorf-Thun-Bahn) und jetzt heisst sie RM (Regionalverkehr Mittelland). Wahrscheinlich gibt es die RM in ein bis zwei Jahren nicht mehr. Die RM kauft noch neue Züge. Dank dem Bahnhof gab es die BIGLA und das Dorf „rutschte“ zum Bahnhof.
 

Raphael Schläfli
 

12) Die Seilerei
 
 
Das Foto wurde 1926 gemacht. Ein Mann hatte eine Seilerbahn. Er machte dort mit Hanffasern ein langes Seil. Der Ort ist beim Feltschenweg und wenn es geregnet hat, konnte er unter einem langen Dach arbeiten. So war er geschützt vor Regen. Es war schwierig, mit dem Seil rückwärts zu laufen. Er musste ganz lang drehen. Das war die alte Seilerei. Noch heute steht das Haus auf der Feltschen. Die Seilerbahn ist aber abgerissen.
 

Tomor Ademi


 
13) Das Schulhaus
 
 
Seit wann gibt’s es die Schule die heute da ist? Seit 1986. Die Kinder in Biglen können seit 1630 zur Schule. Der Unterricht fand nur in den Wintermonaten statt. Der Schulmeister waren sehr schlecht entlöhnt und so mussten diese ihre Einkünfte durch Nebenbeschäftigungen aufbessern. Früher war die Primarschule dort, wo heute die Gemeindeverwaltung ist.
 

Florentina Shala
 

14) Der Bären

Der Bären Biglen erhielt 1520 das Tavernenrecht. Oben im Bären waren ein paar Zimmer zum Übernachten da. Der Bären hatte viele Besucher und wurde berühmt, weil es eine gute Bedienung hatte und das Essen sehr gut war.

Der Bären vor dem Brand
 

Am 1. September 1935 brannte der Bären wegen einem elektrischen Defekt nieder. Im Zweiten Weltkrieg sollte dieser „Bären“ (neu aufgebaut) eine ungewöhnliche Rolle spielen. Diese Rolle war ein geheimes Gespräch. Das geheime Treffen fand am 3. März 1943 im Bären Biglen statt. General Henri Guisan traf mit dem deutschen SS – Generalmajor Walter Schellenberg zusammen. Im Verlaufe des Gesprächs bekräftigte General Guisan dem SS – General den Willen, die Neutralität gegen jeden Angreifer zu verteidigen.
Warum hatte der General ausgerechnet den Bären Biglen ausgesucht? Weil der Gasthof im Ruf eines gediegenen Hauses stand, in dem man auch während des Krieges kulinarisch verwöhnt wurde. Im Bären Biglen hatte es auch ein Gästebuch. General Guisan schrieb auch hinein:
 


 

Diese Seite ging irgendwie verloren, man fand sie dann erst wieder später. Der Bären wurde dann anfangs 2001 geschlossen. Jetzt wird der Bären umgebaut zu einem Pflegeheim mit Wirtschaft, Fusspflege, Arzt, Coiffeuse, Pflegebad, Medikamenten- und Putzraum. Der Bären gehört:

Betagtenzentrum zum Bären AG
Bärenstutz 17
3507 Biglen
 

Martina Wüthrich und Nadine Blaser

 

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